Bestickte Erzeugnisse schmückten, als Ergänzung zu anderen Formen der architektonisch-dekorativen Kunst – Schnitzerei und Malerei auf Ganch und Holz –, reichlich Wohnräume und kleine Alltagsgegenstände. Große Verbreitung fand die Stickerei in der Nationalkleidung – sowohl der festlichen als auch der alltäglichen.
Mit Gold bestickte Schuhe, Pantoffeln und Sandalen
Im Laufe der langen Zeit ihres Bestehens entwickelten sich lokale künstlerische Stile, im 19. Jahrhundert traten bedeutende Zentren der Kunststickerei hervor – Buchara, Nurata, Schahrisabz, Samarkand, Jizzax, Taschkent, Pskent, Ferghana. Die weitverbreitete Stickkunst war eine rein weibliche Kunst.
Männliche Mäntel mit Goldstickerei
Mit Gold- und Silberfäden wurden Männermäntel, Turbane, Tübeteikas, Pluderhosen, Schuhwerk bestickt; von der Frauenkleidung: Kleider, Mäntel, Kopfbinden – „Peschanabend", Tücher, Stiefelchen, Schuhe. Goldstickerei mit eingestreuten Halbedelsteinen und kleinen metallenen Kubba-Kuppelchen schmückte reichlich die Ausstattungsgegenstände des Palastinterieurs sowie Pferdedecken und Satteldecken.
Gold auf Schwarz
Die Kunst der Goldstickerei erreichte Mitte des 19. Jahrhunderts einen hohen Grad an kompositorischer Vollendung der Muster und ihrer technischen Ausführung. Die Muster wurden auf Glacéleder oder Karton gezeichnet, dann ausgeschnitten, auf den in den Stickrahmen gespannten Stoff aufgebracht und mit Gold- oder Silberfaden umstickt. Für jedes zu verzierende Erzeugnis wurde eine bestimmte Fülltechnik verwendet: durchgehend – „Samindusi", nach dem ausgeschnittenen Muster auf freiem Hintergrund – „Guldusi". Jeder Teil des Musters wurde mit einem bestimmten Stich bestickt, von denen mehr als dreißig bekannt waren.
Tanzduo
Mädchen in mit Gold bestickten Kleidern, Usbekistan
