Kutlug-Murad-Inak- und Abdullah-Khan-Medresen

Ein Doppelhalt in Chiwa, verbunden mit Bestattungsbrauch, Familienandenken und einem der frühesten zweistöckigen Schulgebäude der Stadt.

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Kutlug-Murad-Inak- und Abdullah-Khan-Medresen

Kutlug-Murad-Inak- und Abdullah-Khan-Medresen: Bildung, Bestattung und Familienandenken an einem Ort

Diese beiden benachbarten Medresen tragen eine der persönlichsten Geschichten Chiwas. Kutlug Murad Inak, Onkel von Allakuli Khan, wurde in der nach ihm benannten Medrese bestattet, und der Überlieferung nach musste die Stadtmauer durchbrochen werden, weil er außerhalb der Stadt starb und der Brauch es nicht erlaubte, den Leichnam durch die Tore zu bringen. Allein dieses Detail verleiht der Station eine ungewöhnliche Wirkung.

Die Kutlug-Murad-Inak-Medrese ist auch architektonisch bedeutsam, da sie als die erste zweistöckige Medrese Chiwas gilt. Sie ist zudem für ihre reliefierte, unglasierte Terrakotta bekannt, ein in der Stadt seltenes Detail. Südlich davon steht die Abdullah-Khan-Medrese, erbaut von Kutlug Murads Ehefrau zum Andenken an ihren siebzehnjährigen Sohn.

Medrese Kutlug-Murad-Inak und Abdullah-Khan
Medrese Kutlug-Murad-Inak und Abdullah-Khan

Zusammen zeigen die beiden Baudenkmäler Chiwa als eine Stadt, in der Architektur oft familiäre Trauer, dynastisches Andenken und Bildungszweck zugleich in sich trug. Das macht die Station reichhaltiger, als sie zunächst erscheint. Es ist nicht nur eine weitere Medrese-Fassade. Es ist ein Ort, an dem persönlicher Verlust zu städtischer Form wurde.

Auf der Route passt sie gut zu anderen Baudenkmälern im östlichen Viertel und zu Stationen, die zeigen, wie Chiwas sakrale und bürgerliche Bräuche die Architektur prägten. Für Reisende, die Geschichten mit emotionalem Gewicht suchen, ist dies einer der besseren kleineren Halte der Stadt.