Dschanbas-Kala in Südkarakalpakstan
Dschanbas-Kala war ein bedeutender östlicher Vorposten des antiken Choresm. Die Festung mit einer Größe von etwa 200 auf 170 Metern liegt etwa 47 Kilometer nordöstlich von Turtkul. Die im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gegründete Befestigung besitzt ein archaisches Verteidigungssystem ohne Türme.
Die geriffelten Außenmauern, stellenweise bis fast 20 Meter erhalten, sind von mehr als tausend Schießscharten durchbrochen. Bei einem Angriff konnten Bogenschützen die Festung von drei Ebenen aus verteidigen: von der offenen oberen Plattform hinter hohen Zinnen sowie aus zwei geschlossenen Galerien zwischen Außen- und Innenmauer. Das nordwestliche Tor war durch ein Labyrinth geschützt. Von dort führte die Hauptstraße durch Garnisons- und Wohnviertel zum Feuertempel im Südostteil.
Im 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung durchbrachen Angreifer die Mauer westlich des Tores und eroberten die Festung. Danach wurde Dschanbas-Kala nicht mehr wiederaufgebaut. Fast zwei Jahrtausende lang verbargen Sanddünen das Denkmal, bis es im 20. Jahrhundert von der Choresmischen archäologisch-ethnografischen Expedition erforscht wurde.
